Die Osteopathie

als eigenständige Therapie- und Behandlungsform stellt mit ihrer komplexen Denkweise und ihrem ganzheitlichen Ansatz in der heutigen Medizin einen immer größeren Eckpunkt im Rahmen der Patientenversorgung dar. Als integrative Methode erfasst die Osteopathie nach unserer Überzeugung den menschlichen Körper und deren Funktionen als Ganzes und teilt den Körper nicht (wie zum Beispiel überwiegend die schulmäßige Humanmedizin) in Fachbereiche.

Osteopathie in der Praxis Schulze-Bramey in Oer-Erkenschwick

Was ist Osteopathie?

Das ist Osteopathie!

Die vier großen Bereiche der Osteopathie

Zur besseren Verständlichkeit werden hier die vier großen Bereiche der Osteopathie erläutert:

Skelett-und Bewegungsapparat

Die „strukturelle Osteopathie“ ist vorwiegend die Behandlungsform, die sich der Probleme des Skelett- und Bewegungsapparates annimmt.

Strukturelle Osteopathie

Die strukturelle Osteopathie versucht nun die Bewegungseinschränkung in diesem Bereich durch gezielte Techniken zu beheben.

Probleme können beispielsweise Bewegungseinschränkungen von Gelenken z.B. nach einem Sturz oder nach Überbelastung sein.

Ein Sturz auf das Knie oder das ruckartige Anheben eines schweren Gegenstandes können Ursache einer Bewegungseinschränkung in den Gelenken (hier Knie und Wirbelsäule) sein. Der Patient verspürt vorwiegend einen Schmerz in diesem Bereich. Erst später nach dem Abklingen des Schmerzzustandes, wird die eigentliche Bewegungseinschränkung des verletzten Bereiches deutlich.

Der Patient selber merkt häufig nicht das Bewegungsdefizit oder führt es nicht auf den Sturz zurück. Erst bei Aussagen wie, „Ich bin steif geworden“ oder „Das Bücken fällt mir schwer“, zeigt sich das eigentliche Problem wieder. Die strukturelle Osteopathie versucht nun die Bewegungseinschränkung in diesem Bereich durch gezielte Techniken zu beheben. Sie ist in ihrer Anlage ähnlich wie die Manuelle Therapie ausgerichtet, bedient sich jedoch häufig anderer Techniken.

Ursache durch eine Problematik

Man bedenke, dass hier z.B. die eigentliche Ursache durch eine Problematik in der Halswirbelsäule ausgelöst worden sein könnte. Hier ist natürlich zuerst die Halswirbelsäule zu behandeln.

Man sieht, dass sich die 3 Bereiche der Osteopathie ursächlich nicht trennen lassen. Es kann häufig vorkommen, dass die Symptomatik (z.B. Schmerzen) in einem gänzlich anderen Körperbereich und anderen osteopathischen Bereich auftritt, entgegen der ursächlichen Störung. Hier ist die Untersuchung von äußerster Wichtigkeit, die schon mal die komplette Zeit der ersten Behandlung in Anspruch nehmen kann: „Je gründlicher und umfassender die Untersuchung, desto effektiver und gezielter die Behandlung“.

Grundsätzlich sei noch zusammenfassend angemerkt, dass die Osteopathie in Deutschland von der evidenzbasierten Medizin nicht anerkannt ist und bezüglich der Wirkung und Wirksamkeit noch keine validen wissenschaftliche Studien vorliegen. Die Osteopathie kann in Deutschland mittlerweile in anerkannten Studiengängen mit Bachelor oder Master Abschluss studiert werden. Alle „Anwendungsgebiete“ der Osteopathie sind demzufolge aus rechtlicher Sicht derzeit Beobachtungen einzelner Therapeuten ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung. So sind alle Hinweise zu verstehen. Fragen Sie uns gerne zu diesem Thema.

Die viscerale Osteopathie befasst sich mit der Behandlung von inneren Organen. Manch einer wird sich nun fragen, wie kann ein Therapeut meine inneren Organe beispielsweise meinen Darm beeinflussen. Dazu muss man im Vorfeld einige Dinge verdeutlichen.

Die meisten inneren Organe sind von einem bindegewebigen Netz, dem Bauchfell, umhüllt und mit bindegewebigen Zügen mit anderen Organen verbunden. Weitere bindegewebige Züge des Bauchfells haben ihre Aufhängungspunkte im Bereich der Wirbelsäule oder der Bauchwand.

Viscerale Osteopathie

Viszerale Osteopathie: Die Suche nach innerer Flexibilität und Funktion

Die viscerale Osteopathie versucht nun, ebenfalls wie die strukturelle Osteopathie, die Bewegungseinschränkung oder hier besser die fehlende Flexibilität des betroffenen Organs zu beheben. Dies sind insbesondere weiche manuelle Techniken, welche die aufgetretenen „Verklebungen der Gewebe“ lösen sollen.

Das kann dann, wie Beobachtungen zeigen, durchaus einen Einfluss auf die Funktion der inneren Organe haben. Vor allem sollen dabei auch Beschwerden, die von den gestörten Lagebeziehungen ausgelöst werden können, nach Möglichkeit beseitigt werden. Auch hier sei gesagt, dass wissenschaftliche Studien im Rahmen der evidenzbasierten Medizin noch nicht vorliegen. Wir gehen aber aus unserer Sicht strukturierter mit dem Wissen der Osteopathie an diese Phänomene heran.

Das zentrale Nervensystem

Ähnlich wie bei der visceralen Osteopathie wird man sich fragen, wie und wodurch man in diesem Bereich Einfluß nehmen kann. Behandlungsbereiche der „CranioSacralen Osteopathie“ sind aus osteopathischer Sicht zahlreiche Beschwerden, die zu diskutieren sind.

Wir sehen das so: Man muss hier genau unterscheiden zwischen einem strukturellen Problem z.B. Knochenfehlbildung und einem rein funktionellen Problem (dies gilt auch für die strukturelle und viscerale Osteopathie). Die evidenzbasierte Medizin teilt aber unsere pathophysiologischen Vorstellungen nicht.

Cranio-Sacrale-Osteopathie

CranioSacrale Osteopathie: Die Suche nach subtiler Bewegung und ganzheitlicher Heilung

Grundlage und Voraussetzung der CranioSacralen Osteopathie ist die wissenschaftlich nicht bewiesene Vorstellung, dass sich die einzelnen Schädelknochen gegeneinander bewegen oder besser verformen könnten. Dieses „Bewegen“ hat nur eine minimale Amplitude und ist nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen, sondern nur nach der Lehre der CST zu erfühlen. Die Bewegung sollen im Bereich des Schädels in und um die Schädelnähte (Suturen) stattfinden. Entgegen vieler Meinungen verknöchern nach Beobachtungen der CST-Therapeuten die Suturen erst sehr spät im hohen Alter oder auch gar nicht. Diese Beweglichkeit bietet einen Ansatz für die CranioSacrale Osteopathie.

Welche therapeutische Relevanz diese Beobachtungen der Therapeuten haben, die ja längst in die Lehre der Osteopathie Eingang gefunden habe, die man, auch in Deutschland, mit anerkannten Bachelor- und Masterabschlüssen studieren kann, erklären wir Ihnen gerne. Das ist sowohl diagnostisch als auch therapeutisch keinesfalls einfach und verlangt eine mehrjährige Ausbildung. Dabei ist immer das Ziel, „über den Tellerrand“ zu schauen und jeden Fall ganzheitlich, das bedeutet, mit Blick auf den ganzen Menschen in dessen körperlichen und psychischen Dimensionen zu therapieren.

Das Biodynamische Modell

Im Biodynamischen Modell geht darum den Menschen individuell als Ganzes zu erfassen und zu behandeln. Es geht nicht darum wie in der Biomechanik bei einer(m) Patientin(en) eine Erkrankung zu erkennen und diese dann mit einer Technik zu behandeln.

Vielmehr geht es darum die körpereigenen Bewegungen und Fluktuation wahrzunehmen und diese zu leiten bzw. sich leiten zu lassen. Hierzu muss man nach vollziehen können, dass in jedem System sowohl im als auch ausserhalb des Körpers Rhythmen herrschen. Beispielsweise Sommer-Winter, Tag-Nacht, Herzfrequenz, Atmung, Verdauung, weiblicher Zyklus usw.

Biodynamische Osteopathie

Die subtile Kunst der Systemwahrnehmung: Therapeutische Ansätze jenseits des Offensichtlichen

In und um uns herum kann man ein wellenartige Strömungen wahrnehmen. Bei Störungen / Dysfunktionen dieser Rhythmen und Strömungen kann der Körper und unser System bewusst oder unbewusst „krank“ werden. Es ist erwiesen, dass z.B. Wechselschichtler wie z.B. im Bahnverkehr, häufiger an Schlafstörungen und vegetativen Störungen leiden, als Menschen, die dem normalen Tagesrhythmus bewusst folgen. Um Störungen zu erkennen ist es unumgänglich der(n) Patientin(en) immer wieder Fragen z.B. nach dem „Warum“ (z.B. Warum ist der Puls erhöht?) zu stellen und somit zunächst in immer subtiler Systeme des Menschen zu gelangen. Weiter jedoch um sich dem System als Ganzes wieder zu öffnen.

Die therapeutische Herangehensweise ist hierbei sowohl verbal als auch nonverbal über den körperliche Kontakt. Da die/der Patient(in) bei einer Behandlung ein von Aussen gesehen „Aktives Behandeln“ wie bei der Biomechanik durch den Therapeuten(in) erwartet, ist die passive fühlende und überwiegend wahrnehmende Behandlung zunächst für den/die Patienten(in) etwas ungewöhnlich. Nicht selten empfindet und bemerkt der/die Patient(in) die Veränderung bzw. Arbeit des eigenen Körpers und Systems erst im Nachhinein evtl. erst Tage nach der Behandlung.

Lassen Sie sich darauf ein und nehmen Sie die Arbeit Ihres Körpers und Ihres Systems an. Eine Annäherung an das Ganze kann nur über Wahrnehmung stattfinden.

Dr. James Jealous – Begründer der „Biodynamischen Osteopathie“

Dr. James S. Jealous DO entwickelte das biodynamische Konzept innerhalb der Osteopathie. Er kombinierte Sutherland’s „Cranial Osteopathy“ mit der Lehre des deutschen Embryologen Prof. Dr. Erich Blechschmidt. Den daraus entstandenen osteopathischen Ansatz nannte er „Biodyamics of Osteopathy in the Cranial Field.“.

Dr. James Jealous D.O. wurde 1943 geboren und wuchs in Maine an der Nord-Ost Küste der USA als Sohn eines Osteopathen auf. Bereits im Alter von 14 Jahren jobbte er im Osteopathischen Krankenhaus in Maine. Mit 18 Jahren studierte er dort Radiologie und traf in der Zeit einige namenhafte Osteopathen. 1965 begann er sein osteopathisches Medizinstudium am Osteopathischen Osteopathie Kollege in Kirksville Missouri, graduierte 1970 und machte sein Anerkennungsjahr (Resendency) am Osteopathischen Krankenhaus in Maine.

1966 nahm er seinen ersten Kurs mit der Sutherland Cranial Teaching Foundation wahr, wurde später Mitglied und war bis 1994 im Vorstand tätig. Er begann dort 1975 zu unterrichten; sein Mentor war Dr. Rollin Becker. Ebenso maßgeblich für ihn waren Dr. Ruby Day, Dr. Anne Wales und Dr. George Locklin.

Seit 1970 praktizierte er als Arzt unter Berücksichtigung der osteopathischen Prinzipien an verschiedenen Orten und Praxen weltweit. In den Jahren von 1980 bis 2003 unterrichtete Dr. James S. Jealous D.O. am New England College of Osteopathic Medicine, 1989 bis 1990 an der British School of Osteopathy (BSO), GB und an der European School of Osteopathy (ESO), GB.

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